01. »taranteller« — dem irrsinn eine tür öffnen…!« — samstag, 15.07.2017 | anmeldung 13:30/beginn 14 uhr goetheplatz offenbach






die tarantella ist ein aus süditalien stammender volkstanz. sie zeichnet sich durch eine schnelle musik im 3/8- oder 6/8-takt aus. der wilde tanz sollte dabei eine therapie darstellen: die musiker kamen ins haus des patienten oder auf den marktplatz und begannen zu spielen; der von der tarantel gebissene tanzte bis zur völligen erschöpfung, um das gift aus dem körper zu treiben. https://de.wikipedia.org/wiki/tarantella

wir wollen die erste offenbacher »taranteller — dem irrsinn eine tür öffnen…!« am samstag 15. juli 2017 ab 14 uhr stattfinden lassen.

es gibt ein tolles italienisches kaffee in offenbach mit wunderbar authentischen italienischen musikern die den ganzen nachmittag live auf dem goetheplatz in offenbach spielen werden »cafe cuore band«, bis der letzte teller dem irrsinn zum opfer gefallen ist.

…ganz verrückt tanzen. der/diejenige die zu letzt auf einem unzerbrochenen teller tanzt gewinnt direkt im anschluß ein 3-gänge-dinner for two mitten auf dem kleinen offenbacher goetheplatz.

anmeldung direkt auf dem goetheplatz offenbach am 15. juli 2017 ab 13:30.

schöne grüße & sei doch mit dabei! julia, leonie, jan & lutz

bruch & porzellanbeitrag: 5€



Die Geschichte des Taranteller

Im Jahre 1856 war Enrico Stracci Bürgermeister von Valle de la Piastra in Südapulien. Das mittlerweile dem Bauboom zum Opfer gefallene „Tal der Teller“ hatte seinen Namen durch die besondere Tellerform erhalten, die dort erfunden wurde. Zu dieser Zeit gab es im Land sehr viele Spinnen, darunter auch die apulische Tarantel. Diese Webspinnenart liebt warme und feuchte Wohnröhren und krabbelt zur Eiablage daher gerne auch in warme Speisen. Um das zu verhindern, hatten die Appulier ihre Teller mit besonders hohen Rändern versehen, was später die klassische Form der italienischen Pastateller wurde.

Der Sage nach war die Frau des Bürgermeisters Rosella eine begnadete Köchin. Als sie an einem heißen Sommertag Mitte Juli das Mittagessen kochte, kam ihr Mann in die Küche, um sich eine Nudel zu stibitzen. Als er in die Spaghetti-Schüssel fasste, saß dort eine Tarantel. Sie biss ihm in den Finger und floh dann auf den Boden. Nach alter apulischer Tradition begann Enrico sofort, wild die Tarantella zu tanzen, um sich das Tarantelgift aus dem Körper zu schwitzen.

Rosella wiederum – um sich selbst vor der umherkriechenden Spinne zu schützen – stellte sich schnell auf einen der Teller mit dem hohen Rand und rief ihrem Mann zu, es ihr gleich zu tun.

Durch den Lärm herbeigerufene Nachbarn fanden das Ehepaar Stracci so auf Tellern tanzend in der Küche. Da nach altem Volksglauben die Wirkung des Austanzens mit steigender Tänzerzahl immer besser wird, schnappte sich jeder einen Teller und machte mit. Als schließlich der letzte Teller zerbrochen und das ganze Gift aus Enrico herausgetanzt war, wurde der beste Tellertänzer von Rosella mit einer großen Portion Tagliatelle belohnt und man beschloss, diese grandiose Rettung Enricos von nun an jährlich mit dem „Taranteller“ Fest zu feiern.

Einige Jahre später kam ein junger Mann auf einer Italienrundreise durch den Ort und war sowohl von den sonderlichen Tanzgewohnheiten als auch von den ausnehmend schönen Tellern sehr angetan. 1879 gründete er im Fichtelgebirge in Oberfranken die Porzellanmanufaktur Rosenthal. Die Geschichte der Taranteller fand so auch ihren Weg nach Deutschland. Sie geriet jedoch in Vergessenheit und wurde erst vor Kurzem bei Renovierungsarbeiten im denkmalgeschützten Anwesen der Familie Dr. Scheuplein in Kothigenbibersbach wiederentdeckt.

Der aus dem Fichtelgebirge stammende afip Gründer Lutz Jahnke lässt nun am 15. Juli in Offenbach erstmals diese Tradition wieder aufleben.

alles weitere bald…










Ort:

akademie für interdisziplinäre prozesse
ludwigstraße 112a — goetheplatz
63067 offenbach am main
s-bahn 1 2 8 9 | offenbach ledermuseum
www.afip-hessen.de
www.fb.com/afip.hessen






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